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Nr. 84, Aus der Zukunft –
Das Künstlerpaar Eva & Adele

Der Freitag, erschienen 5. Januar 2017

Eva & Adele bereichern als lebendes Kunstwerk Messen und Vernissagen in aller Welt. Ihr Anliegen: Toleranz und die Aufhebung starrer Geschlechtergrenzen.

Als es anfing, dachten sie, so nach drei, vier Jahren wären sie wahrscheinlich tot. Kaputtgemacht vom Hohn, von den Gehässigkeiten, der Niedertracht, vielleicht auch vom Verkanntwerden. Das wäre für sie trotzdem in Ordnung gewesen. Doch dann fiel in Berlin die Mauer, und das Künstlerpaar Eva & Adele wurde zu vielfotografierten Lieblingen auf Vernissagen und Kunstmessen. Aus Hohn ist voyeuristisches Wohlwollen geworden, aus Gehässigkeiten das Erkennen von etwas Bekanntem, aus der Niedertracht die Bitte um ein gemeinsames Foto. Das Verkanntwerden könnte noch ein Thema sein. Und inzwischen auch die Vergänglichkeit. „Wo wir sind, ist Museum“, gaben Eva & Adele sich am Anfang als Slogan, seither präsentieren sie sich und ihre stets gleichartig ausstaffierten Körper als „lebendes Kunstwerk“. Erlaubt sein soll nach knapp 30 Jahren darum auch mal die Frage nach dem Restaurierungsbedarf...

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© Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche kommerzielle oder nichtkommerzielle Nutzung, auch auszugsweise und in elektronischen Medien, nur mit schriftlicher Zustimmung der Autorin.

Porträt
Kunst
Feuilleton
Liebe
Körpernormen
Berlin
Paris

Nr. 83, Mund voll, Herz voll, Mauerpark

Berlin vis-à-vis, erschienen 1. Dezember 2016

Der Flohmarkt am Mauerpark ist ein Ort, an dem man sich neu in Berlin verliebt – und Streetfood aus der ganzen Welt genießen kann.

Wenn man genau hinsieht, erkennt man die Spur schon an der U-Bahnstation Eberswalder Straße: ein munteres Bächlein irgendwie interessant aussehender Menschen, die so entspannt wie zielgerichtet die Eberswalder Straße hinunterschlendern. Bereits zwei Ecken weiter, am Beginn der Bernauer Straße, wird daraus dann ein regelrechter Strom. Jetzt mischt sich Musik in die Luft: Straßensängerfolk, Chanson, manchmal auch der rumpelnde Stehbass einer ganzen Jazz-Combo. An einem Baum hängen bereits einzelne Jacken und Hemden auf Kleiderbügeln, feilgeboten von einem wilden Händler, der sich unauffällig im Hintergrund hält. Jetzt sind wir fast am Ziel: am Flohmarkt im Mauerpark. Für viele Berliner, nicht nur aus Prenzlauer Berg, ist sein Besuch fester Bestandteil eines gelungenen Sonntags in der Stadt...

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Berlin
Stadtleben
Alltag
Streetfood
Feuilleton

Nr. 81, Der Letzte seiner Art –
Couturier Klaus Schumann

Berlin vis-à-vis, erschienen 1.September 2016

Der Berliner Couturier Klaus Schumann hat nicht nur den Glamour, sondern auch die Dramen der Modestadt Berlin miterlebt – seit fast acht Jahrzehnten. Und er näht immer noch.

Wie eine Stoffbahn, die mit einem Windstoß aus einer Kommode flattert, so füllen Klaus Schumanns Geschichten einen Raum. Nicht nur leichte Seide ist darunter – auch schweres Gewebe. „Jetzt kommen Sie doch erstmal rein in meinen kleinen Keller“, sagt er zur Begrüßung. Das ist natürlich übertrieben. Tatsächlich befindet sich das Atelier des Berliner Couturiers beinahe versteckt hinter einer holzvertäfelten Tür im Erdgeschoss eines gepflegten Wilmersdorfer Altbaus. Aber klein ist es hier nicht – sondern deliziös. Von der Scheuerleiste bis zur Decke ist die Raumfolge mit einer Efeutapete bezogen, was ihr die Atmosphäre eines entlegenen Gärtchens gibt. „Das war gar nicht so einfach, das Zeug an die Decke zu bekommen“, meint Schumann. Das Zusammenspiel aus großer Geste und Berliner Nüchternheit macht den 78-Jährigen zu einer schillernden Figur mit beeindruckender Bodenhaftung...

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Berlin
Kulturgeschichte
Porträt
Mode

Nr. 80, Drei Hipster vom Grill –
Streetfood in Berlin

Berlin vis-à-vis, erschienen 28. Juli 2015

Der Trend zum Streetfood verändert die kulinarische Szene in Berlin – statt Döner und Currywurst stärkt man sich nun mit Pulled Pork, veganen Pies und Spätzle to go.

Die mütterliche Spanierin mit der praktischen Freizeitjacke und dem Selfie-Stick irrt etwas verloren durch die Markthalle Neun in Kreuzberg. Eigentlich wollte sie hier nur kurz ein paar nette Bilder fürs Reisealbum machen. Aber nun hat sie ihre Begleiterin verloren. Und auch der Markt ist ganz anders als erwartet. Keine hochgetürmten Gemüseberge und üppigen Käsetheken. Sondern eine Überfülle an Buden mit unbekannten Speisen: vegane Pies und Reisnudelrollen, brutzelndes Blattgemüse und rubinrote Suppen. ...

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